ORGELMATINEE UM ZWÖLF

Die ORGELMATINEE UM ZWÖLF am 16. August 2020 ist bereits ausgebucht!

Die „Orgelmatinee um Zwölf“ ist fester Bestandteil des Ingolstädter Kulturlebens. Leider mussten die ersten Konzerte der diesjährigen Konzertreihe aufgrund der Corona-Pandemie und der wegen Bauschäden bedingten, derzeitigen Sperrung der Asamkirche Maria de Victoria abgesagt werden.

Seit 19. Juli 2020 konnte doch ein Stück kulturelles Leben zurückgeben können, wenn auch, der aktuellen Situation geschuldet, in etwas abgewandelter Form.

Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, müssen wir die Besucherzahlen leider beschränken. Aus diesem Grund wird die Teilnahme an den Konzerten der Orgelmatinee nur mit vorheriger (Online-)Registrierung und Ticket-Bestellung über den Ticket-Shop Ticket Regional und die bekannten Vorverkaufsstellen möglich sein.

Teilnahme an der Orgelmatinee 2020 in der Franziskanerkirche
nur mit Einlasskarten

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Einlasskarten können auch an der Tourist Information am Rathausplatz Ingolstadt erworben werden.

Öffnungszeiten der Tourist Information
Montag –  Freitag: 10 Uhr – 18 Uhr
Samstag: 10 Uhr – 15 Uhr
Sonntag: 10 Uhr – 15 Uhr

Aufgrund der Hygiene-Vorschriften sind die Tickets personalisiert und können nicht auf andere Personen übertragen werden. Sie sind außerdem nur für das auf dem Ticket benannte Konzert gültig. Ohne vorherige Anmeldung und ohne Vorlage des Tickets ist leider kein Besuch der Orgelmatinee möglich. Es ist für jeden einzelnen Besucher eine eigene Registrierung vorzunehmen, auch für Kinder. Das Ticket ist am Tag des Konzerts mitzubringen.

VERHALTENSREGELN ZUM DOWNLOAD

Aus organisatorischen Gründen können Tickets für maximal zwei nebeneinanderliegende Plätze von Personen eines Hausstandes gelöst werden.

Während der gesamten Veranstaltungen gelten besondere Hygienevorschriften. Jeder Besucher muss bis zum Erreichen seines Platzes in der Kirche einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Es werden Möglichkeiten zur Desinfektion der Hände bereitgestellt und der Mindestabstand von 1,5 Meter ist über die ganze Veranstaltung hinweg gewahrt. Ordnungspersonal wird die Einhaltung der Vorschriften kontrollieren.

Wir bitten außerdem um Ihr Verständnis, dass wir, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, auch Einschränkungen des Besuchs vornehmen müssen, wenn Besucher coronaspezifische Symptome vorweisen. Besucher, die unspezifische Allgemeinsymptome oder respiratorische Symptome jeglicher Schwere sowie Fieber vorweisen, dürfen die Veranstaltung nicht besuchen. Ferner muss leider ausgeschlossen werden, wer in den letzten 14 Tagen wissentlich Kontakt zu einem bestätigten an COVID-19 Erkrankten hatte. Besucher, die während der Veranstaltung Symptome entwickeln, müssen die Kirche umgehend verlassen und dürfen das Konzert nicht länger besuchen.

Bitte denken Sie daran den Veranstalter zu verständigen, falls Sie innerhalb der kommenden zwei Wochen positiv auf COVID-19 getestet werden sollten.

Ihre Daten werden benötigt, um im Fall einer Infektion mit COVID-19 eine Rückverfolgung der Infektionsketten vornehmen zu können.

Gemäß Art. 6 Abs. 1 Buchst. d DSGVO ist die Verarbeitung personenbezogener Daten zum Schutz lebenswichtiger Interessen der betroffenen Person oder einer anderen natürlichen Person gestattet. Hierzu zählt auch die Verarbeitung personenbezogener Daten zur Überwachung der Pandemie und deren Ausbreitungen.

Ferner sieht die Datenschutzgrundverordnung in Art. 6 Abs. 1 Buchst. c in Verbindung mit § 21 Abs. 2 Nr. 5 der Sechsten Bayer. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung und mit Ziff. 2.5. des Hygienekonzepts Kulturelle Veranstaltungen und Proben (Gemeinsame Bekanntmachung der Bayerischen Staatsministerien für Gesundheit und Pflege und für Wissenschaft und Kunst vom 15.06.2020, Az. K.2 – M4635/27/37; veröffentlicht in BayMBl. 2020 Nr. 270 vom 14.05.2020) vor, dass eine Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgen darf, sofern der Verantwortliche einer rechtlichen Verpflichtung unterliegt, die ihm dies vorschreibt. Diese Bestimmungen fordern den Veranstalter der Orgelmatinee zur Erhebung und Verarbeitung der Daten auf.

Die Stadt Ingolstadt und die mit der Online-Anmeldung und der Ticketbestellung beauftragten Dritten erheben zu diesem Zwecke die entsprechenden Daten.

Die erhobenen Daten dürfen von der Stadt Ingolstadt und den in Anspruch genommenen Dienstleistern, ausschließlich auf Anforderung der zuständigen Gesundheitsbehörde zur Nachverfolgung von möglichen Infektionswegen und lediglich an diese weitergegeben werden.

Die Kontaktdaten werden für einen Zeitraum von einem Monat nach der Veranstaltung aufbewahrt und anschließend vernichtet. Im Fall der Erteilung einer Absage werden die Daten umgehend mit der Erteilung der Absage gelöscht.

Weiterführende Hinweise zum Datenschutz sind ersichtlich unter www.ingolstadt.de/datenschutz unter dem Punkt „Datenschutzerklärung.

Zur Geschichte der Orgelmatinee um Zwölf

„Eine Orgelmatinee vor Zwölf veranstaltet das Kulturamt ab sofort jeden Sonntag in der Kirche Maria de Victoria. In der Zeit vom 3. Juni bis 16. September spielen Organisten aus Ingolstadt und der Region von 11.45 bis 12.00 Uhr barocke Werke. Besucher können auf diese Weise, so das Kulturamt, die Asamkirche als ‚Gesamtkunstwerk von Raum und Musik‘ erleben. Die Matineen bieten den Nachwuchskünstlern Gelegenheit, sich vorzustellen. Dafür erhalten die Organisten je 50 Mark. Einige Termine sind noch frei. Auskunft erteilt das Kulturamt.“ stand am 31. Mai 1990 im Ingolstädter Anzeiger zu lesen. Für die Reihe gab noch kein Gesamtprogramm, bei jedem Konzert wurde ein vervielfältigter Zettel mit den gespielten Werken aufgelegt. Zu den Organisten der ‚ersten Stunde‘ zählten unter anderen Nicola Mayr, Christian Ledl, Christoph Hämmerl, Barbara Schmid, Sabine Eickelmann, Melanie Kutschera, Jörg Spaude, Matthias Hanke, Thomas Rothfuß, Oliver Scheffels, Andrea Ausfelder, Silvia Zaijcek und Ilse Wende.

Vier Jahre zuvor, 1986, hatte Georg Jann eine neue Orgel in das alte König-Gehäuse gebaut und damit die qualitätvolle instrumentale Grundlage für liturgische und konzertante Darbietungen geschaffen. Für die Finanzierung hatte Wolfgang R. Habbel, der damalige Audi-Chef gesorgt, in Zusammenwirken mit Peter Schnell, dem damaligen Oberbürgermeister.

Die Kurz-Konzert-Initiative ging von einem pädagogischen Gedanken aus: Meinen damals zahlreichen Orgelschülern wollte ich eine Gelegenheit geben, vor Publikum einige Werke vorzutragen – was den Eifer im Unterricht merklich intensivierte. Dazu kam das Anliegen, die damals im Dornröschenschlaf liegende Asamkirche kulturell zu beleben, auch in Zusammenwirken mit den allmählich aufkeimenden touristischen Aktivitäten der Stadt. Schließlich wollte ich die vielfältigen Facetten der Orgelliteratur für Ingolstadt erschließen. Dr. Siegfried Hofmann, der damalige Kulturreferent, gab dem von mir geschilderten Projekt gerne seinen Segen und steuerte 1991 im Vorwort grundlegende Gedanken bei: „Diese Matineen werden zu einem den ganzen Sommer durchziehenden Fest zu Ehren Gottes und zur Freude für Musiker und Zuhörer. Ein Gesamtkunstwerk des Barocks von höchstem Rang wird wieder wie vor mehr als 200 Jahren zum Klingen kommen.“

Auch Dr. Gerd Treffer, Leiter der Pressestelle, erkannte früh das Potential der Idee; er förderte die Matinee ideell und auch finanziell, indem er 1991 bei den Druckkosten eines Gesamtprogramms half. Die organisatorische Betreuung übernahmen zunächst gute Freunde. Freilich, dass bereits nach wenigen Jahren aus den anfänglich etwa zwei Dutzend Zuhörern eine stattliche, die Kirchenbänke füllende Kultur-Gemeinde werden sollte, hatte wohl kaum jemand vorausgesehen.

Die Matinee begann zunächst um 11.45 Uhr, um die Mittagspause des Aufsichtspersonals nicht zu gefährden, und dauerte etwa eine Viertelstunde. Ab 1994 wurde sie auf Initiative das damaligen Münsterpfarrers Isidor Vollnhals, der einen sinnvollen Anschluss zur 11.15 Uhr-Messe im Liebfrauenmünster anregte, auf 12 Uhr, die Mitte des Tages, festgelegt. Die Länge der einzelnen Konzerte war mittlerweile auf etwa eine halbe Stunde erweitert.

1991 kamen Musiker des Georgischen Kammerorchesters aus Tiflis nach Ingolstadt. Was lag näher, als auch dieses Ensemble in die Reihe einzubinden, zum Mozart-Jahr mit einem Zyklus aller Kirchensonaten, ebenfalls mit Werken des Ingolstädter Organisten Franz Stickl und von Eichstätter Hofmusikern. Werke für Orgel und Orchester bildeten von Anfang an einen roten Faden, der sich durch die Jahresprogramme zog. 1992 standen sämtliche Orgelkonzerte von Georg Friedrich Händel auf dem Programm, 1994 und 1999 diejenigen von Händels Kollegen Thomas Arne. Weiter erklangen alle einschlägigen Konzerte von Antonio Vivaldi, Michel Corrette (op. 26, 1996), Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Christian Bach (op. 13, 2007) Giuseppe Sammartini, Ferdinando Pellegrino (2001), Johann Michael Haydn, Gregor Joseph Werner, Joseph Gabriel Rheinberger oder Pietro Domenico Paradies. 1992 gab es erstmals eine Matinee mit dem Titel Die heitere Orgel. Dazu wurde das Bibliotheks-Repertoire nach geeigneten, oft kaum bekannten Werken durchforstet. Die heitere Orgel erfreut sich bis heute einer besonderen Beliebtheit.

Auch Musikverlage interessierten sich für die Produktionen: Alle acht für die Matinee aufbereiteten Konzerte des „böhmischen Mozart“ Franz Xaver Brixi erschienen mittlerweile als Gesamtausgabe im Druck.

Ebenfalls ein wichtiges Datum: Am 21. Juni 1998 wurde von Lars Ulrik Mortensen, damals Professor für Cembalo an der Musikhochschule München, ein neues wertvolles Cembalo im flämischen Stil eingeweiht, das der berühmte Willem Kroesbergen in Utrecht nach einer mehrjährigen Wartezeit fertiggestellt hatte. Damit können Matineen nicht nur auf der Orgelempore, sondern auch, mit Generalbass-Instrument, im Chorraum stattfinden.
Freundschaftliche Kontakte zum Künstlerehepaar Bärbel und Michel Schölß führten 1993 zur Idee, das Heft mit Abbildungen zu schmücken, denen jeweils ein an der Musik orientiertes Thema zugrundeliegt. Mit fortschreitender Drucktechnik und den sinkenden Preisen gewann das Heft zunehmend an Farbe.
Eigentlich wollten wir ein 25-jähriges Jubiläum ankündigen. Allein, die Zeit eilt: Beim genauen Nachzählen befinden wir uns 2015 bereits im 26. Matinee-Jahr, das avisierte Jubiläum liegt hinter uns. Dennoch: Danken wir allen Interpreten, die der Reihe zu ihrem Erfolg verholfen haben, ebenfalls all denen, die den Konzertzyklus fördern und unterstützen. Feiern wir, auch im 26. Jahr, die Institution Orgelmatinee um Zwölf, und wünschen, dass sie lebe und wachse.

Franz Hauk, künstlerischer Leiter

Veranstalter: Ingolstädter Veranstaltungs gGmbH
www.orgelmatinee.de